Latsch im Vischgau, Südtirol

Latsch ist eine Südtiroler Gemeinde, die in der Bezirksgemeinschaft Vinschgau liegt. Die Marktgemeinde hat knapp 5.200 Einwohner und wird auf Italienisch Laces genannt. Der tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt auf einer Höhe von 620 Metern und erstreckt sich bis auf eine Höhe von 3.257 Metern über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt liegt am Hasenöhrl. Der Hasenöhrl ist ein Berg, welcher noch der Ortler-Gruppe angehört und der zu den schönsten Aussichtsbergen des gesamten Vinschgaus gehört. Das Dorfzentrum von Latsch liegt auf einer Höhe von 639 Metern über dem Meeresspiegel; der Fluss Etsch fließt durch das Gemeindegebiet von Latsch.

Während der Hauptort von Latsch etwa 2.480 Einwohner hat, verteilen sich die restlichen Einwohner auf die Fraktionen Goldrain, Morter, St. Martin im Kofel und Tarsch. Während sich der Hauptort Latsch und die Fraktionen Goldrain und Morter im Talboden befinden, liegt Tarsch oberhalb des Hauptortes auf einem Murkegel. Die Fraktion St. Martin im Kofel ist mit 1.740 Metern über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Fraktion der Gemeinde Latsch und kann über die gleichnamige Seilbahn St. Martin erreicht werden.

Als deutschsprechender Gast braucht man sich bezüglich Verständigungsschwierigkeiten in Latsch keine Sorgen machen. Zwar liegt der Ort in Südtirol und damit auf italienischem Staatsgebiet. Mehr als 97 Prozent der Einheimischen haben hier jedoch Deutsch als Muttersprache, während nur 2,6 Prozent Italienisch und ein verschwindend geringer Anteil von 0,1 Prozent Ladinisch als Muttersprache hat.

Obst und Berge

Wer die Gemeinde Latsch besucht, wird schnell feststellen, dass der Apfelanbau hier eine wichtige Rolle spielt. So spricht man davon, dass Latsch der Apfelgarten Südtirols ist. Auch die Statistiken verdeutlichen die hohe Bedeutung des Obstanbaus für die Gemeinde. Wird der Anteil des Obstanbaus pro Einwohner heruntergerechnet, ist Latsch diesbezüglich die führende Gemeinde Südtirols; in keinem anderen Ort wird pro Einwohner mehr Obst angebaut als in Latsch.

Nicht nur, dass der Obstanbau und die zahlreichen Apfelbäume das Bild von Latsch prägen. Auch die umliegende Berglandschaft gibt der Gemeinde ihren besonderen Charme. Im Süden von Latsch befinden sich die Ortler-Alpen, während im Norden die Ötztaler Alpen zu finden sind. Diese Lage zwischen den hohen Gebirgsketten des Ortlers und der Ötztaler Alpen bringt es mit sich, dass Latsch relativ wenig Niederschläge hat und dafür besonders reich von der Sonne gesegnet ist. Im gesamten Alpenraum nimmt Latsch, was die Sonnenscheindauer betrifft, einen Spitzenplatz ein.

Der Fremdenverkehr

Der Obstanbau gehört zu den Haupteinnahmequellen der Bewohner der Marktgemeinde Latsch. Daneben ist der Fremdenverkehr ein extrem wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allein die Zahl, dass Latsch jährlich mehr als 55.000 Gästeankünfte verzeichnet, verdeutlicht die Bedeutung des Tourismus für die Gemeinde.

Dass Jahr für Jahr zahlreiche Urlaubsgäste Latsch als ihren Ferienort wählen hat natürlich mit der einmaligen Lage im Vinschgau und in Südtirol zu tun. Die umliegende natürliche Landschaft, die hauptsächlich von den Obstbäumen geprägt wird, aber auch die Bergwelt in der unmittelbaren Umgebung macht Latsch zu einem attraktiven Urlaubsort. Gäste können unter einem breitgefächerten Angebot an Unterkünften ihr Urlaubsdomizil auswählen. Darüber hinaus werden die Gäste noch mit den kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt, die die Südtiroler Küche zu bieten hat. Die Südtiroler Küche wiederum ist geprägt vom Tiroler Kochstil, welcher unter dem Einfluss der italienischen Küche steht.

Das Gebiet rund um Latsch hat vieles zu bieten, um einen Urlaub abwechslungsreich, erlebnisreich und erholsam werden zu lassen. Wintersportlern steht beispielsweise mit dem Skigebiet Latsch-Tarscheralm ein Skigebiet zur Verfügung, welches Mitglied der Ortler Skiarena ist. Allerdings ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass seit der Saison 2006/2007 auf die Tarscheralm aufgrund des Konkurses der Betreiberfirma kein Liftbetrieb mehr erfolgt. Allerdings ist eine Wiederaufnahme des Liftbetriebes geplant. Der Zeitpunkt steht jedoch noch nicht fest. In diesem Fall dürfen sich die Wintersportler in diesem Skigebiet wieder auf elf Kilometer Alpin-Pisten freuen.

Im Sommer stehen den Urlaubsgästen Wander- und Spaziergänge in Hülle und Fülle zur Verfügung.

Geschichte von Latsch

Die Geschichte von Latsch reicht weit bis zum Beginn des zweiten Jahrtausends zurück. Urkundlich wurde Latsch bereits im Jahr 1209 erstmals erwähnt. Doch die Anfänge reichen noch um einige Zeit weiter in die Vergangenheit, da die Gemeinde Latsch eine Urpfarre war. Durch die Ausdehnung dieser Urpfarre beinhaltete diese sämtliche Orte des damaligen Gerichts Schlanders. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts bestand in Latsch bereits eine Verwaltungseinheit, denn das „Gelt von Laetsch“ wurde hier seitens des landesfürstlichen Urbaramtes schon im Jahr 1290 geführt. Fast über das gesamte Gebiet des Gerichts von Schlanders erstreckte sich der Raum der Verwaltungseinheit.

Die Via Claudia Augusta, welche im Mittelalter zu den wichtigsten Alpenrouten zählte, führte direkt durch Latsch. Damit spielte Latsch auch als Straßenort eine wichtige Rolle. Über die durch Latsch fließende Etsch wurde bereits im 13. Jahrhundert eine Brücke errichtet. Die Via Claudia Augusta, welche nicht nur dem Warentransport, sondern auch als Pilgerstraße diente, brachte es mit sich, dass hier bereits im Mittelalter drei Hospize als Pilgerraststätte entstanden.

Etwa um die Jahrhundertwende vom 15. in das 16. Jahrhundert wurde der Gerichtssitz in die Burg Latsch verlegt, nachdem das Gerichtsgebäude in Schlanders dem Feuer zum Opfer fiel.

Das Jahr 1770 bleibt bei der Gemeinde Latsch in äußerst negativer Erinnerung. In diesem Jahr wurde Latsch von einer Feuerbrunst aufgesucht, die großen Schaden anrichtete.

Sehenswürdigkeiten

Wer sich in Latsch aufhält, der sollte sich Zeit nehmen, die Sehenswürdigkeiten, die die Gemeinde zu bieten hat, anzusehen. Und Sehenswürdigkeiten hat Latsch einige zu bieten. So zählt Latsch nicht nur zu den Orten mit dem meisten Obstanbau, sondern auch zu den burgenreichsten Gemeinden von ganz Südtirol.

Burgruinen Obermontani und Untermontani

In der Fraktion Morter sind die Burgruinen Obermontani und Untermontani zu finden.

Bei der Burgruine Obermontani handelt es sich um eine kleine Burganlage, die aus dem Hochmittelalter stammt. Ein bedeutendes Fundstück auf der Burgruine Obermontani ist eine Handschrift des Nibelungenliedes.

Die Burg Untermontani soll bereits vor der Burg Obermontani errichtet worden sein. Man geht davon aus, dass diese Burg bereits im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Seit dem 18. Jahrhundert wird an der Burg allerdings nichts mehr gemacht, so dass diese damit dem Verfall preisgegeben wird.

Burg Latsch

Die Anfänge der Burg Latsch reichen etwa bis zum Jahr 1290 zurück. Zu jener Zeit soll der Richter Otto von Latsch die Burg errichtet haben lassen. Im Jahr 1327 ist die Burg nach mehreren Besitzerwechseln an Heinrich von Partschins übergegangen. Später nannte sich dieses Geschlecht „von Annenberg“ und bewohnte die Burganlage von Latsch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Die Feuerbrunst, welche die Gemeinde Latsch im Jahr 1770 aufsuchte, zerstörte von der Burganlage große Teile, weshalb in der Folgezeit nur noch von der Burgruine berichtet wurde.

Im Jahr 1842 wurden die Reste der Burg Latsch von Juliana von Martin erworben. Sie nahm einen Um- und Neubau vor. Dabei wurde wenig darauf geachtet, dass die Burg Latsch ihr ursprüngliches Aussehen wieder erhält.

Pfarrkirche Hl. Petrus und Paulus

Im Zentrum von Latsch befindet sich die Pfarrkirche zum Heiligen Petrus und Paulus. Die Pfarrkirche stammt bereits aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 15. Jahrhundert umgebaut. Zirka um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche angebaut und im neugotischen Stil errichtet. Aus diesen Umbauten sind heute Stilelemente aus der Romantik bis zur Neugotik ersichtlich.

Schloss Goldrain

Sehenswert in Latsch ist auch das Schloss Goldrain, welches von den späteren Grafen Hendl, die aus Nordtirol stammen, erbaut wurde. Auffallend sind hier die Werkstücke. Diese wurden aus weißem Marmor errichtet. Heute beherbergt das Schloss Goldrain das Bildungs- und Kulturzentrum des gesamten Tales.

Burgkapelle St. Stefan

In der Latscher Fraktion Morter befindet sich die Burgkapelle St. Stefan. Diese Burgkapelle ist vor allem wegen ihrer Wandbemalungen sehenswert. Jene Wandbemalungen gaben der Kapelle auch den Beinamen „Sixtinische Kapelle Südtirols“.

St. Medardus-Kirche

Oberhalb der Fraktion Tarsch ist die St. Medardus-Kirche zu finden. Dabei handelt es sich um eine Kirche, die im romanischen Stil erbaut wurde. Die Wandmalereien im Inneren der Kirche stammen aus der Zeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert.

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