Das Hasenöhrl in den Ortler-Alpen

Das Hasenöhrl – teilweise auch Hasenohr genannt – ist ein Berg in den Ortler Alpen, welcher in der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Vinschgau liegt. Das Hasenöhrl hat eine Höhe von 3.257 Metern über dem Meeresspiegel und zählt damit zu der Gruppe der Dreitausender. Aufgrund dieser Höhe zählt das Hasenöhrl zu den schönsten Aussichtsbergen, die das Vinschgau zu bieten hat. Auf Italienisch wird das Hasenöhrl „l´Orecchia di Lepre“ genannt.

Das Hasenöhrl ist der östlichste Berg des Marteller Hauptkamms. Der Marteller Hauptkamm wiederum ist eine Bergkette, welche im Westen bei der Fürkelescharte beginnt und sich in den Osten bis zur Ortlergruppe erstreckt.

Die Besteigung des Hasenöhrls

Betrachtet man das Hasenöhrls, hat man alles andere als den Eindruck, dass dieser Berg eine Höhe von weit über 3.000 Meter aufweist. Denn das Hasenöhrl hat eher die Erscheinungsform einer flachen Kuppe. An der Nordseite des Berges ist dieser mit Firn bedeckt. Doch nicht nur die Erscheinungsform an sich lässt das Hasenöhrl „harmlos“ aussehen. Der Berggipfel ist relativ leicht zu erreichen, sodass das Hasenöhrl als beliebter Aussichtsberg von zahlreichen Bergliebhabern aufgesucht wird.

Über die nördliche Seite kann das Hasenöhrl vom Vinschgau, von der südlichen Seite vom Ultental erreicht werden. Dabei stehen mehrere Wege zur Verfügung, um zum Gipfel des Berges zu gelangen.

Wer vom Vinschgau aus das Hasenöhrl besteigen möchte, der kann seine Tour von der Marktgemeinde Latsch aus starten. Über Tarsch, einer Fraktion von Latsch nimmt man den Weg zur Talstation des Sesselliftes Tarscher Alm. Um den Weg abzukürzen, kann man den Sessellift benutzen. Wer dies nicht möchte, der kann den Weg zur Tarscher Alm nehmen. Die Tarscher Alm liegt auf einer Höhe von 1.940 Metern über dem Meeresspiegel.

Von der Tarscher Alm nimmt man den Weg bis zur Zrimraunhütte. Etwas unterhalb der Zirmraunhütte, welche bereits auf einer Höhe von 2.252 Metern liegt, geht es weiter zum Großen Wetterkreuz und über den Weg des Tarscher Jochwaales zum Latscher Jöchl bis zum alten Aquäduktes. Steine wurden hier zu Pfeilern aufgeschichtet, welche im 19. Jahrhundert die Tarscher Almwiesen mit Wasser versorgten. Hier geht es  in südlicher Richtung weiter bis zur Blauen Schneid. Das letzte Stück kann nur mit Klettern – leichte Blockkletterei – überwunden werden, bis man über einen Grat den ziemlich flachen Gipfel erreicht.

Die Erstbesteigung

Aufgrund seiner eher harmlosen Erscheinungsform zog das Hasenöhrl über lange Zeit hinweg wenig Interesse bei den Bergsteigern auf sich. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass der Berg erst mehr als 30 Jahre nach der Erschließung der Ortleralpen erstmals bestiegen wurde.

Als Erstbesteiger des Hasenöhrls gilt der aus Erfurt stammende Alpinist Alexander Burckhardt, der im Alleingang am 17.08.1895 den Berg bestiegen hatte. Dennoch waren bereits vor Alexander Burckhardt andere Menschen am Gipfel des Hasenöhrls, auch wenn diese namentlich nicht bekannt sind. Burckhardt hatte nach seiner Besteigung des Hasenöhrls berichtet, dass auf seiner Route Steinmänner aufgeschichtet waren. Im Rahmen der Landvermessung hatten hier bereits vor der Besteigung durch Alexander Burckhardt andere Bergsteiger ihre Spuren hinterlassen.

Als „Bergnachbarn“ des Hasenöhrls sind das Kleine Hasenohr mit einer Höhe von 3.131 Metern und die Tuferspitze mit einer Höhe von 3.097 Metern zu nennen. Die Hasenohrferner und die Kuppelwies-Ferner befinden sich in nördlicher und östlicher Richtung; dabei handelt es sich um Gletscher.

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